3D-Druck: Coole Geschenkideen

3D-Druck eignet sich hervorragend dazu, originelle Geschenke herzustellen – auch umweltschonend, obwohl das Ausgangsmaterial meist Kunststoff ist. Wem die Erfahrung oder die zündende Idee fehlt, kann sich zum Beispiel bei Myminifactory Inspiration und Anleitung holen. Die Plattform ist eine Community aus 3D-Designern aus aller Welt, die druckfähige Vorlagen zum kostenlosen Herunterladen anbieten. Ob leeres Senfglas, alte Glühbirne oder CD: In der Kategorie Upcycling finden sich witzige Geschenkideen, die vermeintliche Abfälle in 3D-Objekte integrieren.

Für den Tischabfalleimer braucht es nur eine leere Konservendose.
Tischabfalleimer aus Konservendose und schwenkbarem Deckel in 3D-Druck. ©Myminifactory/Athina Benisi
Upcycling-Weinkelch für runde Nutella-Gläser.
Upcycling-Weinkelch für Nutella-Gläser. Leider ist die runde Form in Deutschland nicht üblich, also kann der Kelch nur als Inspiration dienen, etwa für leere Senfgläser. ©Myminifactory/Cemal Cetinkaya

Weitere Communitys, die kostenlos Vorlagen anbieten, sind zum Beispiel Thingiverse oder Shapeking.

Horusauge als Anhänger im 3D-Druck. ©Thingiverse/E. Sanjuan
Eye of Horus Pendant – Horusauge als Anhänger in 3D-Druck. ©Thingiverse/E. Sanjuan
Der Umwelt zuliebe: Recycling-Filament für den 3D-Druck

Doch nicht nur durch das Upcycling von Gegenständen aus dem Müllsack kann man der Umwelt etwas Gutes tun. Auch, indem man Recycle-Filament für den 3D-Druck verwendet statt neu produzierten Kunststoff. Filament nennt man die dünnen Streifen Kunststoff oder anderes Material – etwa Holz–, mit dem der 3D-Drucker „gefüttert“ wird. Einige Hersteller in Deutschland bieten recyceltes Filament an, zum Beispiel aus gebrauchten Joghurt-Bechern wie 3dk Berlin, oder aus PET-Flaschen und Armaturenbrettern von Autos wie die niederländische Firma Refil.

Erster 3D-Stift mit der Option für PET-Flaschen-Recycling

Der neue 3D-Stift „Renegade“, entwickelt von dem Engländer Daniel Edwards, ermöglicht erstmals, PET-Flaschen für den 3D-Druck zu nutzen. Möglich macht dies „ChupaCut“. Das Gerät schneidet Plastikflaschen in schmale Streifen. Der Stift wird oben damit gefüttert, im Inneren wird der Kunststoff über ein Heizsystem auf bis zu 320 Grad Celsius erhitzt und über eine rotierende Schraube nach unten gepresst. Dort kommt er schließlich als zäher Faden heraus. Damit lassen sich eigene Skulpturen oder dreidimensionale Objekte nach Vorlagen kreieren. Und so funktioniert der „Renegade“:

Quelle: Youtube

Den Renegade kann man bei Kickstarter vorbestellen, der Liefertermin ist auf Februar 2017 datiert. Der Preis: rund 100 Euro. Mit dem 3D-Stift soll es auch Vorlagen geben, weitere findet man zum Beispiel bei 3dstift.net.

Tipp: Filament für den 3D-Drucker selbst herstellen

Wer lieber weiterhin mit seinem 3D-Drucker arbeitet, kann ebenfalls sein Filament selbst herstellen. Die Geräte, die man dafür braucht, sogenannte Extruder, etwa der Noztek Touch oder der Filastruder, können jedoch nur industriell vorgefertigte Kunststoff-Pellets verwerten. Das spart zwar Kosten, weil Pellets billiger sind als fertiges Filament auf der Spule. Der Hausmüll kann aber so nicht recycelt werden. Das schafft der „Recyclebot“. Nachteil: Man muss ihn erst mal selbst bauen. Das Gerät wurde vor einigen Jahren an der Michigan Technology University entwickelt. Sein Erfinder, Joshua Pearce, hat eine Anleitung zum Bau ins Netz gestellt.

Die Alternative ist ein 3D-Drucker, der zumindest teilweise schon mit Plastikmüll druckt. Bisher einziges Gerät auf dem Markt ist der Ecocycle. Ein Viertel des Patroneninhalts besteht aus recycelten PET-Flaschen.

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