Essbare Verpackung aus Milch

„Entfernen Sie bitte vor dem Verzehr die Plastikfolie“: dieser Hinweis auf vielen Lebensmittelverpackungen könnte bald hinfällig sein. Forscher des US-Landwirtschaftsministeriums entwickeln derzeit ein Verfahren zur Herstellung von Verpackungsfolien aus Milchproteinen, die nicht nur vollständig biologisch abbaubar sind, sondern sogar essbar. Am vergangenen Sonntag präsentierten die Wissenschaftler rund um Peggy Tomasula ihre Arbeit auf einem Treffen der American Chemical Society.

Youtube/American Chemical Society

Natürliche Sauerstoffblocker – Gute Alternative zu Bioplastik

Im Vergleich zu herkömmlichen erdölbasierten Plastikverpackungen sind die neuen Folien weniger dehnbar, dafür jedoch umweltfreundlicher. Sie könnten die Lösung für das weltweite Problem anwachsender Plastikmüllberge sein. Essbare Verpackungen und Bioplastik gibt es zwar bereits auf dem Markt, aber: sie werden meist aus stärkehaltigen Pflanzen hergestellt, etwa Mais, und sind durchlässig für Sauerstoff. Dadurch verderben Lebensmittel relativ schnell. Die milchbasierten Folien hingegen besitzen winzige Mikroporen und können zudem ein engmaschigeres Netz bilden, so dass keine Sauerstoffmoleküle mehr hindurchschlüpfen können, heißt es in einer Mitteilung.

Weiterer Vorteil: Sie sind gesundheitlich unbedenklich, während Plastikverpackungen oft Weichmacher und andere Giftstoffe enthalten, die an die Lebensmittel abgegeben werden, sich im Körper ansammeln und auf Dauer Krankheiten verursachen können. Angereichert mit Vitaminen und probiotischen Kulturen könnte hingegen verspeiste Folie aus Milchproteinen sogar noch gesundheitsfördernd sein.

Derzeit sind die Wissenschaftler dabei, das Produkt zu optimieren und weitere Einsatzmöglichkeiten zu testen, zum Beispiel in Form von Flakes in Müslis. Binnen drei Jahren sollen die essbaren Folien jedoch in den Regalen der Supermärkte angekommen sein.

 

 

One Comment

  1. Carsten Baumann

    Thanks for writing about it. In addition to the many benefits, plastic pollution of our oceans would decrease, which in return would benefit the ecological habitat of our marine life.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.