Pilotprojekt: Mehrweggeschirr für den Strand

Foto: Nabu/Steffen Kahlert
Foto: Nabu/Steffen Kahlert

Coffee-to-go ja, aber den Becher bitte wieder zurückbringen: Ab Donnerstag, 15. September, bieten einige Gastronomiebetriebe auf der Ostseeinsel Fehmarn Verpflegung für den Strand im Mehrweggeschirr an – gegen Pfand. Für sein Pilotprojekt Mehrweg fürs Meer konnte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) bisher fünf Betriebe gewinnen, laut Kim Cornelius Detloff, Leiter Meeresschutz beim Nabu, zeigen bereits weitere Interesse.

 

Plastikmüll an Nord- und Ostsee auch von Urlaubern

Meeresvögel fressen Plastikteile, die sie für Nahrung halten, und verenden mit vollen Mägen, andere Tiere verbluten innerlich, weil die scharfen Kanten des Kunststoffs ihre Magenwand durchlöchern. Plastikmüll in den Meeren wird zum immer größer werdenden Problem für das sensible Ökosystem Erde. „Bei unseren regelmäßigen Säuberungsaktionen an Nord- und Ostsee haben wir festgestellt, dass viel Plastikmüll nicht nur angeschwemmt wird, sondern von den Strandbesuchern selbst stammt“, erklärt Detloff. Inspiriert von der Schweizer Initiative Grüne Tatze, die in mehreren Takeaways in Bern Mehrweggeschirr eingeführt hat, wurde die Idee geboren, das Gleiche in Cafès und Imbissen am Strand zu etablieren.

Nabu lässt jedem die Wahl

Zur Nutzung will der Nabu aber niemanden zwingen. Auch weiterhin wird es Einweggeschirr geben. Der Anreiz für das Mehrweg-System: Man muss seinen schmutzigen Teller nicht wieder dorthin zurücktragen, wo man sein Essen gekauft hat, sondern kann ihn einfach auf dem Weg bei einem anderen beteiligten Gastronomiebetrieb abgeben und bekommt sein Pfand zurück. Damit tue jeder etwas Gutes für die Natur und schone gleichzeitig wertvolle Ressourcen. Detloff ist sicher: „Je mehr Betriebe mitmachen, desto attraktiver wird das Mehrweggeschirr.“

500 Sets mit Tellern und Bechern hat der Nabu gekauft und an die Partner verteilt. „Die Strandsaison dauert in diesem Jahr nur noch sechs bis acht Wochen. Aber die ersten Erfahrungen, die wir in der Zeit machen, möchten wir bereits nutzen, um das Projekt zu optimieren. Dann können wir im nächsten Jahr voll durchstarten“, so Detloff. Vorläufig ist es für drei Jahre angesetzt.

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